Besuch der Gedenkstätte Breitenau

Die Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen ist heute ein Ort des Erinnerns und Lernens. Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier das Konzentrations- und Arbeitslager KZ Breitenau, das zu einem wichtigen Bestandteil des nationalsozialistischen Unterdrückungssystems wurde. Ein Besuch der Gedenkstätte ermöglicht es, sich intensiv mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.

Im Rahmen einer Exkursion unternahmen die Klassen 10aR, 10cR und 10G eine „Zeitreise“ in die Epoche des Nationalsozialismus. Während eines Rundgangs über das Gelände erfuhren wir, dass Breitenau ursprünglich ein Kloster war und später als Arbeitshaus diente.

In der NS-Zeit wurde es zunächst 1933 als frühes Konzentrationslager genutzt. Hier wurden politische Gegner des Regimes inhaftiert. Ab 1940 diente Breitenau als sogenanntes Arbeitserziehungslager der Gestapo. Menschen, die als „arbeitsunwillig“ galten, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie andere vom Regime verfolgte Personen wurden hier unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und zur Arbeit gezwungen.

Besonders eindrucksvoll war der Rundgang durch die erhaltenen Gebäude. In einigen Räumen sind noch Spuren der Vergangenheit sichtbar, die die bedrückende Atmosphäre erahnen lassen. Fotos, Dokumente und Berichte von Zeitzeugen verdeutlichen, wie hart der Alltag der Inhaftierten war. Viele litten unter Hunger, Gewalt und Demütigungen. Für zahlreiche Menschen war Breitenau zudem eine Zwischenstation vor der Deportation in größere Konzentrationslager.

Ein zentraler Bestandteil unseres Besuchs war der Einblick in originale Akten von Inhaftierten. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse durften in kleinen Gruppen historische Dokumente einsehen. In diesen Akten fanden sich persönliche Daten, Begründungen für die Inhaftierung und teilweise auch Briefe. Dadurch bekamen wir einen sehr persönlichen Zugang zur Geschichte. Die abstrakten Opferzahlen wurden greifbar, weil hinter jeder Akte ein individuelles Schicksal stand – ein Mensch mit Familie, Hoffnungen und einem eigenen Lebensweg.

Die Exkursion zur Gedenkstätte Breitenau war eine eindrucksvolle und bewegende Erfahrung. Sie hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Der Besuch hat uns nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken über Verantwortung, Menschenrechte und Zivilcourage angeregt.